In meinen Lieblingsbüchern (sehr oft im US-amerikanischen oder
britischen Original) geht es fast immer um irgend ein dunkles
Geheimnis, das zu lösen ist, und um einen Bösewicht,
dessen
Untaten ans Tageslicht zu bringen sind. Damit wird ein Spektrum vom
Schatzsucherroman über den klassischen Krimi bis hin zum
Thriller
mit dem allseits beliebten psychopathischen Serienkiller abgedeckt.
Einen guten Science Fiction verschmähe ich auch nicht.
Für die Kritiken verwende ich ein 15 Punkte-Bewertungssystem
in
Anlehnung an die klassischen Schulnoten: 0 P.: Sechs, 1-3 P.:
Fünf, 4-6 P.: Vier, 7-9 P.: Drei, 10-12 P.: Zwei, 13-15 P.:
Eins
Was ist Trivialliteratur?
Dieser Begriff tauch in meinen Kritiken immer wieder auf.
Nach offizieller Definition versteht man darunter jene Literatur, die
als einfach, für jedermann verständlich und leicht zu
erfassen angesehen wird.
Ich persönlich fasse den Begriff enger und bezeichne damit
qualitativ minderwertige Geschichten. Diese Einschätzung mache ich
vor allem an folgenden beiden Punkten fest:
1. Der Handlungsablauf ist unrealistisch.
Beispiel: Beim Showdown tritt ein Bewaffneter hinter einem Baum hervor.
Wie er dort hin gekommen ist, und warum ihn niemand dort bemerkt hat,
ist nicht nachvollziehbar.
2. Die psychologische oder emotionale Charakterisierung der Darsteller ist unglaubwürdig oder kaum ausgeprägt.
Beispiel: Der Held hat steckt im Schlamassel und hat schwierige
Entscheidungen zu treffen, doch findet sich kein Wort über Sorgen,
Ängste, Trauer, Wut oder Zweifel.
abgeben?
James Ellroy: The Black Dahlia
Athmosphärisch dichter,
düsterer und sehr harter LA Noir-Thriller, der in den 40er Jahren
spielt. Ein junger Polizist ist davon besessen, den grausamen und
Aufsehen erregenden Mord an einer jungen Frau zu klären. Bei den
Ermittlungen geht es recht rustikal zur Sache. Glaubt man der
Darstellung, waren die Cops in LA damals eine durch und durch korrupte
Bande brutaler Schläger und Rassisten; nur noch übertroffen
von ihren Kollegen in Mexico, bei denen unliebsame Gäste gleich im
Massengrab landeten.
Die nicht geringe Zahl schwer
verständlicher Formulierungen kann man noch damit abtun, dass es
sich dabei um wohl um Slangausdrücke der damaligen Zeit handelt.
Schwerer wiegt allerdings, dass die Story mit einigen Ungereimtheiten
aufwartet und dass man manche der Schlussfolgerungen des (Anti-)Helden
bei der Auflösung des Falls nicht nachvollziehen kann.
Trotz leichter Schwächen gilt das Buch nicht umsonst als Klassiker.
9P 12.03.2009
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Wesentlich besser, als ich es vermochte, hat es ein Leser in einem Beitrag auf http://www.krimi-couch.de auf den Punkt gebracht:
mm zu »James Ellroy: Die Schwarze Dahlie« 06.04.2006
Ein Buch, das den Namen "Krimi-Literatur" wirklich verdient und in
jeder Hinsicht überzeugt: Spannend, klar und direkt - in Krimiform
gegossener Existenzialismus. Der Leser gerät hier in einen wahren
"Sog des Erzählstranges" und wird eingeladen, nein, gezwungen, in
die "Realität des Geschehens", in die "Welt der Story"
einzutauchen. Ob ihm dies gut tut, das ist eine andere Frage: Was
bleibt, ist ein Gefühl von "Dunkelheit", von Trauer und Wut, von
naiver und sich der Sinnlosigkeit dessen vollkommen selbst-bewusster
Rest-Hoffnung. Ein Buch, in dem den Protagonisten jeder Glaube an das
Gute abhanden gekommen ist und jeder nur mehr seine ganz eigene,
sinnlose und zwanghafte Obsession lebt und diese selbst zum
eigentlichen Lebenszweck, so es diesen doch geben sollte, erklärt.
Die Schlechtes wollen, tun Schlechtes - die Gutes wollen ebenso. Hier
gibt es keine Hintertreppe, keine Dachluke, durch die Licht
hineinströmt - hier sind die Vorhänge zugezogen und die
Türen verschlossen, kein Entkommen. Und doch liebt, tanzt und
weint mah hier drinnen. Und man mordet. Brutal. Grausam. Sinnlos.
Genial!
Steve
Hamilton: Blood Is The Sky (Alex McKnight Serie)
Alex hilft seinem Freund Vinnie, dessen Bruder zu finden, der bei einem
Jagdausflug in den Wäldern Kanadas verschollen ist. Dabei geraten
sie in eine mörderische Auseinandersetzung.
Sehr spannende Story mit einigen leichten Implausibilitäten,
insbesondere dann, wenn die Guten mal wieder einen Gegner in Notwehr
getötet haben, von der Polizei verhört werden, und nur wenige
Stunden später wieder ihres Weges ziehen dürfen.
11P 02.03.2009
Greg Iles:True Evil
Dr. Tarver ist eine Koryphäe in der Krebs- und Virusforschung.
Leider benutzt er seine Kenntnisse dazu, mit Hilfe eines gewissenlosen
Scheidungsanwalts unliebsame Eheleute gegen Entgelt ins Jenseits zu
befördern, ohne dass jemand irgend etwas nachweisen kann. Aber da
ist ja noch FBI-Agentin Alex Morse, die den Tod ihrer Schwester
aufklären und gleichzeitig das nächste Opfer des promovierten
Serienkillers retten will. Natürlich alles auf eigene Faust.
Flott zu lesen und nicht unspannend, aber trotz - oder gerade wegen -
des routinierten Handlungsablaufs (Jagd nach dem Killer inkl. mancher
Probleme einer Einzelgängerin - zum Schluss persönliche
Konfrontation mit dem Bösewicht) nicht völlig
überzeugend.
8P 25.02.2009
Harlan Coben: Deal Breaker
Spieleragent muss sich in seinem Geschäft mit
hinterhältigen Managern, fiesen Konkurrenten und der Mafia
auseinandersetzen und ermittelt in einem Mehrfachmord, in dem das von
ihm betreute hoffnungsvolle Nachwuchstalent und die Familie seiner Ex
verwickelt sind.
Glücklicherweise hilft ihm dabei sein Geschäftspartner und
Freund, der wie ein englischer Landadeliger auftritt, aber eine
tödliche Kampfmaschine ist und auch kein Problem damit hat, den
einen oder anderen Bösewicht zu eliminieren.
Deuten diese Konstellation sowie einige Stellen der Handlung
zunächst nur an, dass es sich möglicherweise um
Trivialliteratur handeln könnte, so wird dies beim Showdown
schließlich völlig klar: In bester Alistair MacLean-Manier
treten dort bewaffnete Personen hinter Bäumen hervor, bis der
Bösewicht abgeführt wird.
Immerhin ist die Story spannend und gut zu lesen.
8P 13.02.2009
Iris Johansen: Firestorm
Zwar nicht die schlechteste Story, die ich je gelesen habe, aber das Konzept ist einfach zu grottig:
Telepathisch veranlagte Brandexpertin mit Kindheitstrauma durch den
Mord an ihrer Mutter, ihr geheimnisvoller Partner mit noch stärken
telepathischen Kräften, vorbelastet durch den Mord an seinen
Eltern und dessen Butler, ein Ex-Einzelkämpfer mit Beziehungen zu
diversen Geheimdiensten, auf der Jagd nach einem pyromanischen
Serienkiller mit einer Wunderwaffe.
Abgesehen von diesem ziemlich abwegigen Konstrukt ist die Psychologie einfach zu wenig glaubhaft.
5P 08.02.2009
Joseph Kanon: Los Alamos
Der Schwere des Themas "Bau der
ersten Atombombe" angemessen enthält der Roman eine Reihe von
Stellen mit Reflexionen über Gesellschaft und Moral. Als
Kompensation für diese schwerer zu lesenden Passagen
hätte man sich eine Story mit atemberaubender Spannung
gewünscht. Dies ist absolut nicht der Fall und so schleppt
sich die Handlung extrem träge dahin, passend zur gnadenlosen
Hitze in der Wüste New Mexicos.
Schade, denn der Ansatz "Ermittler kommt im Mordfall nicht so recht
voran und vergnügt sich lieber bei seiner Geliebten" war ein
durchaus vielversprechender, weil man auf eine ordentliche Mischung aus
Sex* & Crime hoffen konnte.
6P 31.01.2009
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* Gute Liebesszene S. 187ff
Neil Albert: The January Corpse
Ein vergleichsweise dünnes Büchlein - aber es enthält
eine komplette Private Eye-Story im Philip Marlowe-Stil, also mit
eiskalten Gangstern, einer geheimnisvollen Frau und einem
illusionslosen, unbeirrbaren Schnüffler.
Es gibt auch eine insofern bemerkenswerte Liebesszene*, als sie
einerseits knapp und recht nüchtern geschildert wird, anderseits
aber einige explizite Details enthält.
Dass des Rätsels Lösung vielleicht ein bisschen weit
hergeholt ist und zwei, drei Implausibilitäten auftauchen,
ändert nichts daran, dass es sich um ein gelungenes Debüt
handelt.
10P 20.01.2009
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* S. 197ff
Mark Billingham: The Burning Girl
Gut: Glaubwürdig, da psychologischer Tiefgang und unglamourös. Eine Prise Selbstjustiz zum Schluss.
Schlecht: Der Hauptdarsteller reflektiert häufig und
ausführlich über die Veränderungen in der Gesellschaft
und die Geschichte Londons. Also zuviele Gedanken, kaum Action.
Depressive Grundstimmung. Exzessiver Einsatz der drei Punkte, die einen
Satz ausklingen lassen...
5P 18.01.2009
Jonathan Hayes: Precious Blood
Ein psychopathischer Serienkiller bereichert das New Yorker Stadtleben
dadurch, dass er junge Frauen nach historischem Märtyrervorbild
kreuzigt oder auf andere rustikale Art und Weise von ihrem Dasein
erlöst.
Fast schade, denkt man zwischendurch mal, dass er es bei der Heldin
wahrscheinlich nicht packt, da diese eine ziemliche Zicke ist. Immerhin
erweist sie sich zum Schluss als Kämpfernatur und hält lang
genug durch, um vom Helden gerettet werden zu können.
Diese Anmerkungen klingen vielleicht negativer, als sie gemeint sind,
denn es handelt sich um einen grausamen, aber spannenden Roman mit nur
kleineren Unglaubwürdigkeiten.
Explizite Liebesszenen: Fehlanzeige, nur äußert knapp angedeutet.
11P 11.01.2009
Dennis Asen: Deadly Impression
Das Schlechte zuerst: Einige handwerkliche Fehler (falscher Dienstgrad
des Helden in einer Rückblende; unrealistische Darstellung der
Verhaltensweise der Beteiligten nach einem "Officer-involved Shooting")
sowie Bruch in der Erzählung beim Epilog. Außerdem
ist der
Komplott des Bösewichts zu weit hergeholt.
Positiv hervorzuheben ist die intensive Athmosphäre und gute
Beschreibung menschlicher Verhaltensweisen. Insgesamt nicht schlecht
für ein Erstlingswerk.
9P 02.01.2009
2008
Sharon Sala: The Chosen
Wieder ein Versuch, Liebesgeschichte und Thriller zu vereinen. Die
Liebesgeschichte ist ganz ok (relativ gute Liebesszenen S. 123ff,
332ff); der Thriller ist schwach, da nicht wirklich spannend und der
Bösewicht eher ein armes Schwein denn wirklich böse.
Zum Schluss dann noch eine Prise esoterisch religiöses Zeugs - das nervt dann doch.
6P 27.12.2008
Val Mc Dermid: The Mermaids Singing
Der 1. Roman dieser Serie ist spannend und grausam und kann wohl als
Meilenstein des modernen Psychopathenthrillers britischer
Prägung
gesehen werden. Nur das Finale ist nicht wirklich glaubwürdig,
nämlich dass sich der Held aus den Fängen des
Bösewichtes herausreden kann.
11P 23.12.2008
Stieg Larsson: Verblendung
Dieses Buch war ein Geburtstagsgeschenk einer Bekannten an mich, womit
sie ein glückliches Händchen bewies: Spannender schwedischer
Thriller, der etwas von allem bietet: Psychopathische Serienkiller,
Wirtschaftsverbrecher, Hacker und natürlich den als
Schnüffler agierenden Helden.
Minimal störend ist die Inhomogenität der Geschichte, die
eigentlich zwei sind: Das dunkle Familiengeheimnis der Familie Vanger
und das Treiben des Industriellen Wennerström.
An ein paar Stellen fragt man sich zwar, ob das Beschriebene
hackertechnisch wirklich möglich ist, aber vielleicht ist es das
sogar. Auf jeden Fall ist der Autor computermäßig auf der
Höhe der Zeit.
Auch der Schluss ist gut, da völlig unsentimental.
12P 17.12.2008
Ian Rankin: Black And Blue (John Rebus Serie)
Auch hier gilt: Irgendwann den Roten Faden der Story verloren. Neben
einigen guten Impressionen von den Shetland-Inseln gibt es auch ein
paar Szenen, die psychologisch recht unglaubwürdig sind.
8P 12.12.2008
Maeve Binchy: Quentins
Eine episodenhafter Familienroman, wobei es sich um mehrere Familien
und Personen handelt, die alle direkt oder indirekt miteinander zu tun
haben. Das Restaurat "Quentins" ist der Pol, um den sich alles dreht,
auch wenn es nicht immer im Mittelpunkt der Stories steht.
Stark ist die glaubwürdige Beschreibung menschlicher
Schwächen, aber auch einiger positiver Charaktereigenschaften;
schwächer das etwas zu sülzig geratene Ende. Ist halt ein
Frauenroman, aber durchaus gut zu lesen.
9P 01.12.2008
Jeff Abbott: Panic
Junger Filmemacher hilft der CIA gegen mordende Doppel- und Dreifachagenten.
Hart, aber unrealistisch. Allerdings intensiv und gut zu lesen.
9P 19.11.2008
Steve
Hamilton: North Of Nowhere (Alex McKnight Serie)
Wieder ein solides Stück Handwerk. Keine wirklichen
Überraschungen, was das Konzept betrifft, aber auch ohne wirkliche
Schwächen.
11P 09.11.2008
Jay Bonansinga: Shattered
Übernatürliches Zeux lässt sich nur ertragen, wenn die
Geschichte überdurchschnittlich gut ist, vergleiche John Connolly.
Dies ist hier nicht der Fall, daher kann ich diesem Serienkiller-Roman
mit Horrorelementen nichts abgewinnen.
Immerhin ist er phasenweise spannend.
6P 02.11.2008
Elizabeth Adler: Now Or Never
Das klassische Dilemma, Thriller und Liebesgeschichte zu vereinen, kommt auch hier zum Tragen.
Der Thriller ist etwas schwächlich, wohingegen der Leser die
Entwicklung der Liebesgeschichte durchaus mit Interesse verfolgt, sich
aber an den hölzernen Formulierungen stößt ("and then
he made slow and beautiful love to her")
7P 21.10.2008
Hilary Norman: Blind Fear
Meisterhaft gestalteter Spannungsaufbau mit zunächst
glaubwürdiger Psychologie; das langgezogene Finale enttäuscht
hingegen auf der ganzen Linie, da es statisch, unfreiwillig grotesk und
unglaubwürdig wirkt.
Wenig realistisch ist auch der Epilog
7P 02.10.2008
Steve
Hamilton: Winter Of The Wolf Moon
(Alex McKnight Serie)
Im 2. Roman dieser Serie wird Alex McKnights Image als Antiheld
konsequent ausgebaut. Dabei kriegt er ganz schön was auf die
Mütze.
Auch wenn das "Mystery" nicht der große Knaller ist, so wirkt es
im Gegensatz zum Vorgängerroman wohltuend simpel und somit
glaubwürdiger.
11P 20.09.2008
Wilbur Smith: The Seventh Scroll
Pharaonengrab-Schatzsucherroman in epischer Breite, wie es von Wilbur auch nicht anders zu erwarten war.
Etwas zu viel Glück für die Helden, etwas zu dick aufgetragen
die Action und etwas psychologisch zu unglaubwürdig das Happy End.
9P 05.09.2008
Joseph Finder: Killer Instinct
Obwohl ich Romane über das Karrieremachen erst mal
grundsätzlich eher uninteressant finde, hat mich diese Story
angenehm überrascht und gefangen genommen.
Vielleicht ist der Roman deshalb gut, weil er mehr auf Qualität
als auf Quantität getrimmt ist: Nicht so viele Tote oder
detailierte Beschreibungen grausamer Szenen, sondern sparsam dosierte
psychopatische Nickligkeiten* und jederzeit spannend.
11P 02.09.2008
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*Nickligkeiten sind kleine, gemeine und provozierende Aktionen gegenüber anderen
David Baldacci: Split Second
Trivialliteratur auf Jugendbuchniveau mit mit plattitüdenhaften
Pauschalaussagen, allgegenwärtigem Bösewicht und an den
Haaren beigezogenem Handlungsablauf.
Immerhin mit ein paar athmosphärisch dichten Szenen und ganz gut zu lesen.
5P 12.08.2008
T. Jefferson Parker: The Fallen
Netter Ansatz: Nach einem Unfall kann der Hauptdarsteller Emotionen
seiner Mitmenschen sehen, also auch Lügen erkennen. Praktisch in
seinem Beruf als Detective.
Unverständlich, dass dieses Phänomen keinerlei
handlungsrelevante Bedeutung erlangt; der Autor wollte wohl nur einfach
ein wenig Synästhesie in die Geschichte einbauen.
Ansonsten ein wenig aufregender aber auch nicht langweiliger Cop-Roman
über Beziehungsstress und einen Mord im Sumpf von Prostitution und
Korruption.
9P 04.08.2008
Zane Radcliffe: London Irish
Eine Tragikomödie oder stellenweise eher eine Tragigrotesque.
Die trocken erzählte Geschichte hat Potenzial, das sich aber ob
der Häufung von Zufällen sowie durch Rückblenden, die
nicht direkt mit der Haupthandlung zu tun haben, nicht richtig
entfalten kann.
Lachen, bis man aufhört, wie Coloin Bateman auf dem Buchtitel
verspricht, ist allerdings nun gar nicht drin, dazu ist die
Grundstimmung zu düster.
8P 22.07.2008
Dean Koontz: The Good Guy
Einfacher Maurer gerät aufgrund einer Verwechslung an einen
Auftragskiller und versucht dessen nächsten Auftrag zu verhindern.
Wie gut, dass der Maurer früher mal eine Kampfmaschine und
Kriegsheld war und sogar die Möglichkeit hat, den
US-Präsidenten zu sprechen, um der geheimen
Verschwörer-Organisation, die hinter dem Killer steckt, das
Handwerk zu legen.
Ach ja, der Auftragskiller ist - ganz ähnlich wie in "Dark River
of The Heart" - ein Serienmörder mit ein paar ziemlichen Marotten
und nahezu unbegrenzter logistischer Unterstützung durch die
Geheimorganisation
Also ziemlich konstruierte Story und sehr stereotyp gezeichneter
Bösewicht - aber überragend spannend. Seit langem sah ich
mich wieder mal genötigt, beim Lesen ein paar Seiten
vorzublättern.
11P 18.07.2008
James Lee Burke: Purple Cane Road (Dave Robicheaux Serie)
Dave Robicheaux klärt den viele Jahre zurückliegenden Tod seiner Mutter auf.
Düstere Geschichte mit ein paar Träumen und ein paar
Rückblenden. Einige Formulierungen nicht verständlich, da
vielleicht südstaatenspezifische Unterschicht-Slangausdrücke.
Solide, aber nicht ergreifend.
8P 11.07.2008
T. Jefferson Parker: Silent Joe
Ein überaus höflicher Ordnungsfanatiker mit entstelltem
Gesicht, der seinen Job als Knastwärter liebt, 3 Pistolen
trägt, sich öfters mal taufen lässt etc. - da wurde
für diesen Krimi ein wahrhaft komplexer Charakter mit schwerem
US-amerikanischen Einschlag erschaffen. Eine Identifikation mit diesem
Protagonisten fällt aber eher schwer.
Die Geschichte selbst handelt von Mord, Erpressung und Korruption in
der Stadt der Engel, kann also tatsächlich, wie ein Buchkritiker
treffend formulierte, als "LA noir" bezeichnet werden.
Dazu kommen etwas hölzerne Beschreibungen von Liebesszenen. Beispiel:
Erst ein sehr gut beschriebenes Vorspiel und dann dies:
"We began making love at 10:13...We began again at 12:25, 3:19, 5:58 and 8:44. At 11:40, 2:05 and 8:20 we were eating in bed..."
Alles in allem nicht schlecht, aber auch nicht packend.
7P 24.06.2008
Lawrence Block: The Burglar On The Prowl
Ein recht entspannter und witziger Vertreter des Whodunnit-Genres.
Koinzidenzen en masse und ein Finale mit 22 Leuten in einem Raum, vor
denen der allwissend wirkende Held in bester Manier à la Hercule
Poirot den Fall in all seinen Facetten und Zusammenhängen
löst und gleichzeitig noch ein paar kleinere Rechnungen begleicht,
lassen eher an eine Parodie als an einen ernsthaften Thriller denken.
Dieser Eindruck wird durch Informationen aus dem Netz bestätigt,
nach denen mehrere (oder gar alle) Bücher dieser Serie nach diesem
Konzept angelegt sind.
Wenn man das parodistische Flair akzeptieren kann, eine nette Unterhaltung.
9P 12.06.2008
Steve
Hamilton: A Cold Day In Paradise
(Alex McKnight Serie)
Ein gelungenes Erstlingswerk aus dem Genre Mystery-Thriller, auch wenn
der das "Mystery" ausmachende Komplott ein wenig an den Haaren
beigezogen ist. Ein sicheres Zeichen dafür, dass der Roman gut
ist, war meine Enttäuschung darüber, dass die Story so
schnell zu Ende war, wobei sie tatsächlich auch recht kurz ist.
11P 02.06.2008
John Sandford: Broken Prey (Lucas Davenport Serie)
Gepflegte Langeweile.
Auch wenn diese zusammenfassende Bewertung bewusst überzogen ist,
lässt sich eines nicht leugnen: Die Luft ist raus. Wie sich
bereits in den vorhergehenden Romanen der Serie zeigt, ist Lucas zahm
geworden. Trotz routinierter Erzählung inklusive großem
Showdown packt einen die Geschichte nicht mehr so recht. Kein Wunder,
denn wir reden hier über die mittlerweile 17. Prey-Erzählung.
Abgesehen von diesen allgemeinen Alterungserscheinungen ist der
böse Serienkiller dieser Geschichte auch zu wenig zielorientiert
am Werkeln, um uns wirklich schaudern zu lassen.
8P 27.05.2008
Greg Bear: Darwin's Radio
Wissenschaftsthriller, der am Ende Richtung Roadmovie mutiert.
Unter anderem wegen des häufigen Wechsels der
Erzählperspektive und des Fehlens eines roten Fadens im Ablauf ist
er nicht wirklich packend.
6P 17.05.2008
T. J. MacGregor: Dark Fields
Immerhin: Zur Abwechslung mal eine Serienkillerin. Bisschen nervig ist
es, dass ständig ihr Trauma aus der Jugend als Erklärung
für ihre Taten erwähnt werden muss.
Alles in allem kein ergreifendes, aber ein solides Werk mit Korruption,
Sex*, Mord, einem Schuss Naturkatastrophe und einer ständig ans
Essen denkenden Hauptdarstellerin.
9P 10.04.2008
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* Eine nicht explizite, aber sensible Liebesszene ab S. 151ff
Dean Koontz: Dark River Of The Heart
Mischung
aus Roadmovie, Hacker-Thriller und Serienkiller-Roman mit
düsterer Stimmung und sehr regierungskritischer Haltung.
Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr
Unglaubwürdigkeiten häufen sich sowohl im Technischen als
auch bisweilen im Pychologischen an. Ergebnis ist, wie so oft, dass die
Erwartungen im ersten, besseren Teil im zweiten Teil nicht erfüllt
werden.
Aufgrund einiger sehr spannender Szenen springt aber noch ein "Voll befriedigend" heraus.
9P 31.03.2008
Steve
Hamilton: A Stolen Season
(Alex McKnight Serie)
Alle Erwartungen werden erfüllt: Die Handlung ist spannend und
hart, der Held eigensinning und trotz mancher Misserfolge unbeirrbar,
die Stimmung melancholisch, aber nicht ohne Hoffnungsschimmer.
Natürlich urteile ich voreingenommen, denn für mich
geht
nichts über einen ordentlichen Rachefeldzug, wie er hier Teil
der
Story ist.
Alex McKnight ist wie ein guter Wein: Mit zunehmendem Alter gewinnt er
an Kontur.
13P 16.03.2008
Andrew Vachss: Blue Belle
Gewaltmäßig und sexuell sehr rustikale Erzählung mit kurzen Kapiteln und knappen Dialogen.
Schnell, hart und mitleidlos. Einige Charaktere vielleicht etwas überzeichnet, aber Spannung pur.
11P 12.03.2008
Jesse Kellerman: Trouble
Nicht nur wegen des zum Schluss nachlassenden Spannungsbogens schwächelt diese Story.
Schlimmer wiegt, dass der Hauptdarsteller als hilfsbereiter Typ
charakterisiert wird, der nicht Nein sagen kann und der sich ausnutzen
und rumschubsen lässt. Da macht es keinen Spaß, sich mit ihm
zu identifizieren.
1 Bonuspunkt gibt es dafür, dass eine derartige
Persönlichkeit wohl durchaus wesentlich realitätsnäher
ist als irgendein Super-Geheimagent oder perfekter Killer.
7P 03.03.2008
Thomas Harris: Hannibal (Hannibal Lecter Serie)
Um es klar zu sagen: Hier wird ein wenig dick aufgetragen mit dem
Hannibal-Kult. Doch abgesehen davon und von einer nicht zu
übersehenden Zahl von Implausibilitäten und
Unwahrscheinlichkeiten ein perfekter Roman:
Eine immer weiter ansteigende Spanungskurve, meisterhaft ausgedachte
psychopathische Abscheulichkeiten, die interessanterweise eher nebenbei
präsentiert werden, und ein ungewöhnliches Ende, das sich
wohltuend vom Einheitsbrei vergleichbarer Literatur abhebt.
12P 24.02.2008
Thomas Harris: The Silence Of The Lambs (Hannibal Lecter Serie)
Mit oder ohne Berücksichtigung der Oscar-prämierten
Verfilmung dieses Buches: Das Werk ist ein Meilenstein der
Psychopathenroman-Literatur. Es ist spannend und psychologisch
abgründig.
11P 17.02.2008
Allison Brennan: Speak No Evil
Wieder mal das alte Problem: Psychopathenkrimi und Lovestory* passen
einfach nicht so recht zusammen, wenn es eine Schriftstellerin
versucht. Ich hoffe, eines Tages vom Gegenteil überzeugt werden zu
können.
Irritierendes Detail: Neben der Protagonistin selbst, die Polizistin in
San Diego ist, arbeiten auch noch zwei ihrer Brüder sowie ihr
Ex-Freund im Polizeidienst und unterstützen sie bei der
Aufklärung des Falls. Da wird dieser so richtig zur Familienfeier.
8P 10.02.2008
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* Ab Seite 334ff kommt eine relativ ausführliche Liebesszene,
die mir aber punktuell eine Spur zu schwülstig ist.
MinetteWalters: The Scold's Bridle
Drogen, Inzest, Vergewaltigung, Mord und ein altertümliches
Folterinstrument - alle Zutaten für einen guten, harten englischen
Krimi sind da.
Doch es mangelt vor allem an an Spannung und teilweise an
psychologischer Glaubwürdigkeit. Darüber hinaus wird es zum
Schluss ein bisschen zäh beim Lesen.
Dass ausgiebig Bezug auf Shakespeare genommen wird, verleiht dem Roman
einen Hauch von Theaterstück, und tatsächlich kann man das
Werk zusammenfassend als zu statisch bezeichnen.
5P 31.01.2008
J. A. Jance: Tombstone Courage
Eine Frau geht ihren Weg in einer Männerdomäne - so weit so
gut, doch muss doch nicht mehr als der halbe Roman von ihrer Wahl zum
Sheriff handeln, wo diese auf der Rückseite des Buchs bereits
vorweggenommen wurde.
8P 14.06.2007
==========
Auf einem Schmierzettel fand ich heute eine frühere Kritik von mir zu diesem Roman:
"Ein typischer Frauenroman: Psychologisch sehr einfühlsam, aber nervtötend langatmig.
4 oder 5P"
Was stimmt jetzt?
Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte, daher jetzt abschließend:
6P 29.01.2008
Lawrence Block: Hope To Die (Matthew Scudders Serie)
Ein Schnüffler im besten Rentenalter - Matthew Scudders im
vorliegenden Buch ist der älteste Serienheld, den ich bisher
kennengelernt habe.
Ob es an seinem Alter liegt oder am Konzept: Die Story ist in vielerlei Hinsicht zu zahm:
Der Held ist eine Spur zuviel Gutmensch, der Killer einen Tick zu wenig
abgrundtief böse und der Spannung fehlt es an Intensität.
Trotzdem könnte es sich lohnen, eine Story mit dem jungen Matthew
Scudders kennenzulernen. Vielleicht ist die - analog zu den frühen
Lucas Davenport-Romanen - härter und spannender.
8P 25.01.2008
Caleb Carr: Killing Time
Einige interessante Ansätze, wie eine nahe Zukunft aussehen
könnte, stehen einer zwar melancholisch erzählten, aber
unglaubwürdigen Geschichte gegenüber.
6P 13.01.2008
2007
Cody Mc Fadyen: Shadow Man
Psychopathenthriller der härteren Sorte mit einem Hang zum
Plakativen und einer Spur zuviel Allwissenheit des Bösewichts. Die
Heldin dagegen leistet, nach dem was sie durchgemacht hat, fast
Übermenschliches.
8P 28.12.2007
Alison G. Taylor: Simeon's Bride
Die Story eine walisische Version von Henning Mankells Kurt
Wallander-Serie zu nennen, wäre zu einfach; zumindest gibt es aber
einige Gemeinsamkeiten: Charaktere mit nur allzu menschlichen
Schwächen, unspektakulärer, kleinbürgerlicher,
nicht-amerikanischer Stil, ziemlich düstere Grundstimmung.
Abzüge gibt es wegen großer Schwierigkeiten, den Beginn der
Geschichte zu überstehen, ohne das Buch wegzulegen und wegen eines
Geistes in einer Nebenrolle.
7P 07.12.2007
Patricia Cornwell: Black Notice
Mittelmäßige Spannung, teils unsympathische
Charaktere (Marino), an entscheidender Stelle etwas
unglaubwürdig.
8P 20.11.2007
Jonathan Kellermann: Therapy (Alex Delaware Serie)
Plus: Vielschichtige und interessante Charaktere, entspannte Grundstimmung.
Minus: Die Story plätschert vor sich hin, denn sie besteht fast
ausschließlich aus der Befragung von Zeugen; davon gibt es irgend
wann zu viele, um den Überblick zu behalten. Der Showdown ist
relativ unspannend, wobei nicht so recht nachvollziehbar ist, was die
Cops veranlasst, dort überhaupt auftauchen.
Nach meinen heutigen Maßstäben reicht Zynismus allein nicht
aus, um den Roman zu retten: Er ist einfach zu zäh zu lesen und
stellenweise ziemlich überzogen.
7P 22.10.2007
Jonathan Kellermann: Survival Of The Fittest (Alex Delaware Serie)
Der Showdown ist etwas zu klassisch geraten, sprich: tendiert leicht
Richtung Trivialliteratur. Dass der Roman ziemlich psychologisch ist,
darf man für einen Psychologen-Thriller sicher als angemessen
bezeichnen. Ansonsten: OK.
10P 15.10.2007
James Grippando: Got The Look
Solides Erstlingswerk.
Schwer zu greifen, aber nicht zu leugnen: Motiv und Verhalten des Killers sind irgendwie nicht so recht nachvollziehbar.
10P 01.10.2007
Nelson DeMille: Wild Fire (John Corey Serie)
Hochspannung mit ein paar kleinen Schwächen:
Das Corey-Prinzip (zynische Sprüche in allen Lebens-
und Lebensgefahrlagen) gerät langsam an die Sättigungsgrenze.
Story zu sehr an das Prinzip "James Bond und Dr. No"
angelehnt. Unglaubwürdig, wie sich die Helden ohne
Rückendeckung in die Höhle des Löwen begeben.
Coreys Lieblingsfeind hätte man nicht noch einmal von den Toten auferstehen lassen sollen, das wirkt aufgesetzt.
12P 25.09.2007
Lisa Jackson: Shiver
Recht solider Psychopathenthriller, dessen dunkles Geheimnis eine Spur
zu konstruiert wirkt, dessen Plot eine Spur zuviel Liebesroman*
enthält und zu dessen Showdown eine Spur zuviele Darsteller
zusamentreffen.
10P 19.09.2007
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* Recht gute Erotik auf S. 350ff
Greg Hurwitz: I See You
Psychothriller der Art
Mann-mit-Gedächtnisverlust-erinnert-sich-stückchenweise-wieder-und
enträtselt dunkles-Geheimnis.
Dieses Geheimnis ist etwas arg konstruiert. Ansonsten recht gelungener Versuch, die dunkle Seite von L.A. zu beschreiben.
9P 12.09.2007
Giles Blunt: The Fields Of Grief (John Cardinal Serie)
Wie der Titel korrekt zum Ausdruck bringt, ein Roman mit ziemlich
trauriger Grundstimmung. Dadurch allein muss er nicht schlecht sein,
aber es gibt insgesamt zuviel Psycho, zu wenig Spannung und gar keine
Action.
8P 04.09.2007
Karin Slaughter: Tryptych
Die Schriftstellerin macht ihrem Nachnamen durchaus alle Ehre: Es geht stellenweise recht blutig zu.
Die
meisten wichtigen Charaktere haben einen mehr oder weniger großen
Schlag weg und wirken etwas überzeichnet. Der Handlungsablauf
enthält einige Unglaubwürdigkeiten.
9P 29.08.2007
Joanne K. Rowling: Harry Potter Serie
Bewertung anhand Band 7 (Harry Potter and the Deathly Hallows), der das
Grande Finale der Saga darstellt. Hier werden noch einmal alle Register
bezüglich Spannung gezogen und eine große Zahl von Personen,
Orten und anderen Elementen aus früheren Bänden zum Einsatz
gebracht.
Vom Handlungsablauf her eindeutig Trivialliteratur: Die Handlung
basiert auf einer Anhäufung unwahrscheinlicher Zufälle und
Fügungen, selbst wenn man berücksichtigt, dass in der
Zauberwelt etwas andere Regeln gelten.
Widersprüchlich fällt das Urteil aus bei der Psychologie der
Charaktere: Während Voldemort recht oberflächlich beschrieben
wird, ist die Darstellung Harry Potters äußerst gelungen:
Die ganze Komplexität des menschlichen Charakters mit all seinen
Emotionen, z. B. seinen Hoffnungen und Ängsten, seinem Mut und
seinen Selbstzweifeln, seinem Glücksgefühl und seinem Hass,
und nicht zu vergessen: seinem Mitgefühl und seiner
Hilfsbereitschaft, wird überzeugend geschildert. Auch für die
übrigen Figuren gilt: Mit den Guten tut sich die Autorin leichter
als mit den Bösen, welche etwas blass bleiben.
Die Spannung ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben, auch wenn zum
Großen Showdown am Schluss ein wenig zu dick aufgetragen wird.
Dass die Auflösung des eigentlichen Rätsels letztendlich ein
wenig an den Haaren beigezogen wirkt, stört dann auch nicht
weiter, denn die Serie ist insgesamt einfach gut: Keine Weltliteratur,
aber ein Lesevergnügen.
12P 23.08.2007
Lynda La Plante: The Red Dahlia
Recht spannender britischer Krimi.
Da der Bösewicht relativ früh identifiziert wird,
verläuft die Spannungskurve zum Ende hin etwas flacher als
erhofft.
Das einzige, was wirklich ein bissschen stört, ist, wie DI Anna
Travis ihren Vorgesetzten nun wieder unbeirrt anhimmelt, obwohl sie
selbst damals mit ihm Schluss gemacht hat und er sie seitdem ziemlich
kühl, ja unhöflich behandelt. Vielleicht ist diese Verhalten
aber auch geradezu überaus realistisch dargestellt?
Versteh' einer die Frauen...
11P 14.08.2007
Tony Hillerman: Coyote Waits
Der 1. Roman aus der Reihe der Navajo-Krimis, den ich gelesen habe und der 4. in der Reihenfolge der Erscheinung.
Eine Story, die ruhig und besonnen zum Ziel kommt, ohne völlig
nervenaufreibend, aber auch ohne jemals langweilig zu sein. Ruhig und
besonnen löst auch Lt. Leaphorn, ein interessant gezeichneter
Charakter, seinen Fall und vermutlich auch seine weiteren Fälle,
wenn man die anderen Romane dieser Serie lesen wird.
10P 07.08.2007
Nora Robertson: Northern Lights
Professionell arrangierter Thriller/Liebesroman mit einem Touch zuviel
weiblicher Handschrift: Der durchaus männlich gezeichnete
Hauptdarsteller ist für einen Mann eine Spur zu sensibel und
einfühlsam; die äußerst selbständig und
eigensinnig gezeichnete weibliche Hauptdarstellerin ordnet sich dann
klischeehaft doch dem Manne unter, wenn er - im übertragenen Sinne
- laut genug mit der Faust auf den Tisch schlägt. Dass am Schluss
eine Heirat steht, bedarf dann noch kaum einer Erwähnung.
Gelungen ist das erotische* Potenzial der Story.
10P 31.07.2007
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*Nicht besonders explizite, aber im Kontext intensive Szenen: S. 90f, S. 171f, S. 341f
Stuart Woods: New York Dead
Erster Eindruck: Endlich mal wieder eine ordentliche Story über Sex*, Crime & Mystery.
Später: Leider doch Trivialliteratur: Alles, darunter eine
Häufung unwahrscheinlicher Zufälle, spielt sich innerhalb
eines Kreises weniger Beteiligter ab. Kaum psychologischer Tiefgang,
insgesamt wenig glaubwürdig.
Trotzdem ganz gut zu lesen.
9P 14.07.2007
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* Gute, wenn auch zu kurze Szene S. 68-69
Nelson DeMille: Night Fall (John Corey Serie)
Ist es enttäuschend oder ungemein befriedigend, dass sich am Schluss nicht alles in Wohlgefallen auflöst?
Auf jeden Fall ein jederzeit spannender Roman, auch wenn er am Anfang etwas statisch wirkt.
14P 05.07.2007
T.C. Boyle: Talk Talk
Taube Akademikerin landet zunächst im Knast und verfolgt
anschließend gemeinsam mit ihrem Freund einen Betrüger quer
durch die USA.
Diese interessante Variante des klassischen Roadmovies kann den
aufgebauten Erwartungen aber nicht standhalten: Zu lange beschreibende
Passagen, zu wenig Spannung und eine Anti-Klimax am Schluss.
7P 29.06.2007
J. A. Jance: Taking The Fifth
Flutscht ganz ok beim Lesen, wird aber besonders zum Ende hin etwas
seicht. Damit meine ich, dass der Handlungsablauf teilweise zu
selbstverständlich erscheint, also ansatzweise Richtung
Trivialliteratur tendiert.
8P 06.06.2007
Jack Kerley: Der Letzte Moment
Titel der amerikanischen Originalausgabe: The Death Collectors
Trotz erkennbarer Bemühungen der Übersetzerin, das
Unmögliche zu schaffen und den US-Jargon authentisch
rüberzubringen, mangelt es der Story an athmosphärischer
Dichte, überzeugend gezeichneten Charakteren und glaubhaftem
Handlungsablauf.
Vom Preis-/Leistungsverhältnis noch ok, da für 3,25 € am Wühltisch gekauft.
Das 1994 festgestellte "völlige Fehlen von Emotionen" ist wohl
eher eine Folge schwach gezeichneter Charaktere. In Verbindung mit dem
stellenweise etwas sprunghaften Handlungsablauf reduziert sich die
Wertung nach erneutem Lesen auf
5P
20.05.2007
Mo Hayder: Pig Island
Das etwas voreilige Fazit nach der ersten Hälfte lautete:
In Anlehnung an Mo Hayders
BIRDMAN: Sehr schottisch, sehr krank, sehr hart. Erinnert von Spannung
und Athmosphäre her an Richard Laymons ISLAND.
Leider bleibt die Spannung in der 2. Hälfte weit hinter den
Erwartungen zurück, und die Athmospäre ist einfach zu
depressiv. Die Auflösung am Ende wirkt unglaubwürdig.
8P 15.05.2007
Michael Connelly: Echo Park (Harry Bosch Serie)
Bis etwa zur Mitte immer weiter zunehmende Spannung, die auf ein neues
Meisterwerk von Michael "Melanchonelly" hoffen lässt.
Obgleich nicht schlecht, kann die 2. Hälfte die Erwartungen nicht
erfüllen: Sie kommt nicht wirklich überzeugend rüber.
10P 03.05.2007
Richard Montanari: The Skin Gods
An entscheidenden Stellen enttäuschend unglaubwürdig.
5P 24.04.2007
Robert A. Heinlein: The Green Hills Of Earth
Vom selbstlosen Heldentod bis hin zum tollpatschigen Tourist auf dem
Mond - kein Aspekt einer raumfahrenden Zukunftsgesellschaft bleibt
unbeleuchtet.
Ca. 65 Jahre alte, aber immer noch für zum Lesen zwischendurch gut geeignete Short Stories.
8P 02.04.2007
Brian Freeman: Immoral
Typisch für die Story ist die Erotik darin: Nach einer kurzen,
aber expliziten Schilderung* hofft man auf mehr, geht aber leer aus.
Auch die Story fängt vielversprechend an, kommt aber durch einen
Bruch in der Erzählzeit irgendwie nicht mehr so recht in Fahrt.
Der Schluss wirkt arg konstruiert.
9P 25.03.2007
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* S. 87f
Alex Barclay: Darkhouse
Gnadenlos unspannend.
Durch sinnlose Rückblenden unterbrochene Story mit
unzähligen Dialogen, denen man inhaltlich nicht folgen kann.
2P 12.03.2007
Michael Robotham: The Drowning Man
Anfangs vielversprechend; diese Erwartung kann aber nicht gehalten
werden: Zu viele Schuldgefühle, zu komplexer Plot, der zu oft die
Frage aufwirft: Wie soll das gehen?
6P 22.02.2007
Harlan Coben: The Innocent
Stellenweise unglaubwürdig, vor allem aber zu keinem Zeitpunkt wirklich packend.
5P 11.02.2007
Karen Rose: Have You Seen Her?
Serienkiller-Roman mit Liebesgeschichte?
Nein, Liebesgeschichte mit Serienkiller.
Diese Geschichte widmet sich vorwiegend der Frage "Kriegen sie sich
oder nicht?" und ist psychologisch wenig glaubhaft gestaltet.
Auch die Spannung überzeugt nicht, und selbst die vergleichsweise
explizite Erotik* wirkt etwas aufgesetzt, macht den Roman aber noch
erträglich ;-)
6P 23.01.2007
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* S. 341ff, 389ff
Jodi Compton: Sympathy Between Humans
In den ersten 4 Fünfteln ziemlich spannend: Welches dunkle Geheimnis umgibt die Familie Hennessy?
Die Auflösung kommt irgendwie zu abrupt; und dann versteigt sich
die Autorin zu sehr in Tiefenpsychologie. Auch bringen die
Jugenderinnerungen der Protagonistin nichts für die Story.
9P 09.01.2007
James Lee Burke: In The Electric Mist With Confederate Dead (Dave Robicheaux Serie)
Einzelgänger Dave Robicheaux in einem spannenden Cajun-Krimi, der
eine Spur zuviel an Gesprächen mit Toten aufweist, auch wenn diese
als Träume erklärbar sind.
Hinweis: Buch im Februar 2004 in einem kultigen Buch-Antiquariatladen
in Freiburg gekauft und Anfang 2007 nachträglich bewertet.
10P 07.01.2007
Peter Robinson: The Summer That Never Was
Eine Remineszenz an die 60er mit Elementen eines Kriminalromans.
Na gut, eigentlich umgekehrt, aber die häufigen nostalgischen
Rückblicke sowie die beiden parallel verlaufenden Fälle
gestalten den Lesefluss etwas zähflüssig und dämpfen die
Spannung.
8P 03.01.2007
2006
James Lee Burke: A Stained White Radiance (Dave Robicheaux Serie)
Die düster-mysteriöse Stimmung am Anfang weckt Erwartungen
auf eine geheimnisvolle und spannende Story, die nicht erfüllt
werden, da die Ereignisse statisch aneinandergereiht wirken.
Wenigstens kommen keine übernatürlichen Erscheinungen wie im
nächsten Roman dieser Serie (In The Electric Mist With Confederate
Dead) vor.
8P 29.12.2006
Neil Gaiman: American Gods
Nette Idee: Wie schlagen sich die alten Götter, die mit den
Einwandereren in die USA gekommen sind, heutzutage durch? Und wie
kämpfen sie gegen die modernen Götter (TV, Internet etc.)?
Als Roadmovie konzipiert, leidet die Story unter den ständig
stattfindenden übernatürlichen Ereignissen
(Gestalttransformation, mordende Untote, Unsichtbarkeit etc.) und
häufigen Traumschilderungen.
Trotz einiger fesselnder Teilabschnitte insgesamt nur
7P 27.12.2006
Giles Blunt: Black Fly Season (John Cardinal Serie)
Überraschend kraftvoller Roman aus den Hinterwäldern Kanadas.
Auch dort gibt es also psychopatische Killer mit Voodoo-Kenntnissen.
Psychologisch glaubhaft gezeichnete Charaktere.
11P 23.12.2006
John Connolly: The Black Angel
Die Geschichte stößt ab wegen extremer Düsterheit,
Hoffnungslosigkeit und der Charaktere, die ihr
übernatürliches Unwesen treiben.
Dass die Bewertung trotzdem "Noch Gut" lautet, liegt daran, dass John
Connolly ein verdammt guter Geschichtenerzähler ist.
10P 14.12.2006
Robert Charles Wilson: Spin
Eine mitreißende Geschichte mit melancholischem Charakter.
Als Nebenhandlung wird eine rätselhafte Begebenheit geschildert und schließlich gelöst.
Für ein "Sehr Gut" reicht es nicht, da das Ende als Antiklimax verläuft.
Exzellente deutsche Übersetzung.
11P
01.12.2006
Lisa Gardner: Gone
In the good-news department: A gripping suspense-psycho-thriller.
In the bad-news department: The expressions "In the good-news
department" and "In the bad-news department" are used far too often by
a lot of characters.
13P 24.11.2006
Michael Connelly: The Narrows (Harry Bosch Serie)
Die Spezialität Michael Connellys, das Verknüpfen von
einander unabhängigen Romanen, wird hier maximal ausgereizt: Harry
Bosch meets The Poet, featuring Terry Mc Caleb.
13P 08.11.06
Ridley Pearson: The First Victim (Lou Boldt Serie)
Solides Handwerk mit gelungenem Schluss.
11P 28.10.2006
Jeff Lindsay: Darkly Dreaming Dexter
Psychopatischer Serienkilller tötet nur Bösewichte.
Ein guter Ansatz wird durch eine Anhäufung von
Unwahrscheinlichkeiten und ein nicht nachvollziehbares Ende kaputt
gemacht.
Positiv sind einige sarkastische Sprüche.
7P 20.10.2006
P. J. Tracy: Live Bait
Schwer reinzukommen, wenn man die Charaktere nicht kennt, da diese
teilweise leicht zu verwechseln sind. Wird aber von Seite zu Seite
besser.
Spannend, intensiv und sehr sensible Psychologie.
11P 17.10.2006
John Sandford: Night Prey (Lucas Davenport Serie)
Der Satz am Anfang des Romans "Koop was on the hunt" ist ein
Klassiker, genau so wie der überdurchschnittliche Roman selbst.
13P 09.10.2006
William Bayer: Switch
Zum Ende hin eine Spur zu emotionslos, aber insgesamt ein gelungener
Cop-Roman inkl. Lovestory. Was fehlt, sind die expliziten Liebesszenen
;-)
11P 06.10.2006
Ridley Pearson: The Pied Piper (Lou Boldt Serie)
Kristallisiert sich langsam als Regel für Ridley Pearson-Romane dieser Serie heraus:
Alles soweit gelungen (Spannung, Athmo, Psycho etc.), aber:
Logistisch kaum zu bewältigende Anstrengungen der Polizei als wichtiges Element zum Fortgang der Story.
11P 02.10.2006
Michael Connelly: The Poet (Harry Bosch Serie)
Etwas düster, intensiv, athmosphärisch dicht und spannend, also ein gelungener Krimi.
Etwas schwächelt er lediglich bei der Frage, wie der Serienkiller
die akribisch geplanten und durchgeführten Morde überhaupt
zeitlich bewältigen konnte.
12P 25.08.2006
Henning Mankell: Mörder ohne Gesicht
Kurt Wallander ist bis hin zu den schmutzigen Unterhosen
sorgfältig als Antiheld konstruiert. Trotzdem ist er beileibe kein
Loser, sondern ein Mensch mit Schwächen und vor allem einer
Stärke: Seine Mission.
Insgesamt gelungenes Erstlingswerk mit einigen Implausibilitäten.
Interessant ist, dass die Ergreifung des perversen psychopathischen Serienkillers nur eine Nebenhandlung darstellt.
9P 05.08.2006
Ridley Pearson: No Witnesses (Lou Boldt Serie)
Solider Thriller mit inhaltlichen Schwächen:
Arg bemühter Spannungsbogen, als Daphne in der Firma Papiere
heimlich einsieht, in der ihr Verlobter Vorstandsvorsitzender ist. Und
die kurzfristig auf die Beine gestellte Mammut-Logistik der Polizei
wirkt ziemlich realitätsfern.
9P 27.07.2006
Michael Connelly: Lost Light (Harry Bosch Serie)
Außergewöhnlich intensiv und sehr spannend. Schade, dass es
keine weiteren Harry Bosch-Romane in der Ich-Form gibt, auch wenn sie
ohnehin zu den besten ihres Genres zählen.
14P 14.07.2006
Ergänzung am 08.11.2006:
In "The Narrows" gibt's Harry Bosch ebenfalls in der Ich-Form
John Sandford: Winter Prey (Lucas Davenport Serie)
Wenn der Eismann zweimal klingelt, geht es heiß her...
Für Freunde der Lucas Davenport-Serie ein Schlüsselroman:
Lucas lernt Weather kennen. Ansonsten das typische Erfolgsrezept: In
entspannter Athmosphäre einen Serienkiller jagen und lässig
in Gossensprache parlieren.
11P 10.07.2006
Marcia Muller: The Dangerous Hour
Beim üblichen Lesen über mehrere Tage verliert man rasch den
Überblick über den Handlungsablauf. Nur mäßig
spannend.
7P 04.07.2006
Ridley Pearson: The Angel Maker (Lou Boldt Serie)
Stellenweise bemüht unappetitlich.
Kein Vergleich zum Vorgänger "Undercurrents", aber solide Erzählung.
10P 23.06.2006
Robert Ferrigno: Das grausame Grinsen des Mondes
Eigenwilliger Hollywood-Thriller mit hoher athmosphärischer Dichte.
Besonderheiten: Eine hochwertige erotische Szene auf S. 339ff.
10P
05.06.2006
Wilbur Smith: Die Goldmine
Frühwerk des weltbekannten Erfolgsautors mit einer Tendenz zur
plakativen Schilderung der Charaktere sowie einer kurzatmigen
Erzählweise zum Ende hin.
Andererseits schimmert bereits oft die erzählerische Kraft durch, die ihn berühmt gemacht hat.
9P
01.06.2006
Elizabeth Becka: Trace Evidence
Phasenweise recht spannend, doch insgesamt nicht wirklich packend.
8P 24.05.2006
Paul Auster: The Book Of Illusions
Klassische Tragödie mit interessanter Geschichte, aber nicht leicht zu lesendem Erzählstil.
8P 27.04.2006
Karin Slaughter: Indelible
Bereits nach wenigen Leseunterbrechungen den roten Faden verloren.
Psychologische Unglaubwürdigkeiten und eine mäßige
Spannung ergeben nicht mehr als 8 Punkte. Ohne die relativ gute Erotik
im ersten Drittel des Buches* wären es höchstens 7 gewesen.
8P 11.04.2006
----------
* S. 83 ff
Lee Child: Killing Floor (Jack Reacher Serie)
Eine Anhäufung von Unwahrscheinlichkeiten und unglaubwürdigen
Handlungsabläufen, die zu einer äußerst spannenden
Geschichte zusammengemixt wurden.
=> Eben ein typischer Jack Reacher-Roman, daher trotz allem:
10P 22.03.2006
Tom Eslick: Deadly Kin
Mäßig spannend, blasse Charaktere, Handlungsablauf nicht besonders glaubwürdig.
6P 15.03.2006
Greg Iles: Dead Sleep
Die ersten 75% sehr gut: Spannend, athmosphärische Dichte, intensive Erotik*.
Zum Ende leider vor allem psychologisch unglaubwürdig.
10P 11.03.2006
----------
* S. 283ff, 345ff
Walter Mosley: Little Scarlet
Schwarzer Detektiv, Gutmensch und Familienvater: Easy Rawlins ist der exakte Alex Cross-Klon (oder umgekehrt).
Während bei Alex Cross meist zweifach auftretende Serienkiller
stören, ist es hier der Handlungsablauf, z. B. Detektiv kennt
Serienkiller von früher her, und die ständigen Hinweise, dass
Rasismus gar nicht gut ist.
7P 02.03.2006
Joseph Geary: Spiral
Schwer zu lesen, da man irgendwann ab der Mitte der Story den Überblick über den Handlungsablauf verliert.
Außerdem von ziemlich düsterer Stimmung.
5P 25.02.2006
Judith McNaught: Someone To Watch Over Me
Macht den Eindruck, als hätte eine Autorin von Liebesromanen sich
an einem Krimi versucht. Kein Wunder, dass am Ende quasi eine
Doppelhochzeit steht.
Unverständlich ist, dass eine Liebesszene* recht gut
beschrieben ist , die andere aber völlig ausgeblendet wird.
Hinderlich für die Identifikation mit der Hauptfigur ist, dass sie weiblich, reich, schön und erfolgreich ist.
7P 16.02.2006
----------
* S. 363ff
Stephen White: The Best Revenge
Anfangs vielversprechend, da sorgfältig ausgearbeitete
Handlungsstränge. Später immer unglaubwürdiger bis hin
zum Showdown, der an den Haaren beigezogen ist.
Die Handlung bleibt zu statisch. Positiv sind einige wenige skurrile Szenen, die an Elmore Leonard erinnern.
7P 07.02.2006
Greg Iles: Sleep No More
Ok, Seelentransfer ist Schwachsinn, aber als Idee hinnehmbar, wenn eine
gute Story daraus gemacht wird. Das ist hier trotz etwas lahmen Anfangs
durchaus gelungen: Die Spannung steigert sich bis zum Schluss immer
mehr.
Nur schade, dass am Ende ein haarsträubendes wissenschaftliches
Phänomen für ein partielles Happy-End benötigt wird.
7P 30.01.2006
Lee Child: Running Blind (Jack Reacher Serie)
Die nicht zu übersehenden Implausibilitäten* werden von der
sehr spannenden Story kompensiert, so dass unterm Strich sogar ein
"Gut" rausspringt.
* Ein Freund von mir hat dies vor Jahren schon angemerkt: Wie geht es
an, dass Jack Reacher niemals seine Wäsche wechselt, denn er
besitzt nur das, was er am Leib trägt? Zwar nicht
handlungsrelevant, aber störend.
Genial krankhaft. Die zu 1999 identische Bewertung "Sehr Gut" macht dieses Werk zum Buch des Jahrzehnts.
14P 22.01.2006
Greg Iles: Blood Memory
Ein heiterer und unbeschwerter Roman über das Thema Kindesmissbrauch.
Nein, im Ernst: Natürlich handelt es sich bei diesem Thriller um
schwer tiefenpsychologischen und heftigen Stoff. Da Spannung und
Intensität im Überfluss, Implausibilitäten aber nur in
geringem Maß vorhanden sind, gibt's
13P 17.01.2006
Sandra Brown: Chill Factor
Ein paar kleinere Implausibilitäten stehen einem geschickt
aufgebauten Spannungsbogen und gut herausgearbeiteten Charakteren
gegenüber.
13P 07.01.2006
2005
Jack Kerley: The Hundreth Man
Wie der Detective auf den Verdächtigen kommt, ist nicht plausibel.
Am Ende ganz schön dick aufgetragen, was den Handlungsablauf betrifft.
8P 28.12.2005
James Patterson: Honeymoon
Minus:
stellenweise theatralischer Stil
eine oder zwei Unglaubwürdigkeiten beim Handlungsablauf
Plus:
ein paar witzige Ideen und Sprüche in der Handlung
spannend
Erotik, wenn auch nicht explizit
11P 20.12.2005
Rainer M. Schröder: Goldriff
Zum Schluss etwas überhastet erzählt, doch alles in allem ein
flott erzählter Schatztaucherroman mit einer ordentlichen Prise
Erotik.*
10P 17.12.2005
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* S. 166ff
Steve Hamilton: Ice Run (Alex McKnight Serie)
Ein spannender Mystery-Thriller, dessen Ende nicht 100%ig überzeugt. Trotzdem solides Handwerk.
11P 14.12.2005
T. Jefferson Parker: Black Water
Ein ungewöhnlicher weiblicher Cop in einem ungewöhnlichen
Thriller. Das Ende ist - im Gegensatz zu vielen anderen Stories - eine
runde Sache.
11P 25.11.2005
Mark Nykanen: The Bone Parade
Sehr grausam; Handlaungsablauf teilweise etwas unglaubwürdig, aber sehr spannend.
Wer einmal so richtig Einblicke in die Gedankenwelt eines überaus
fiesen Psychopathen haben möchte, sollte sich diese gute Story
nicht entgehen lassen.
11P 12.11.2005
Besonderheiten: Eine gute erotische Szene auf S. 199ff.
Colin Harrison: The Havana Room
Ein kraftvoller Mystery-Thriller.
Wenn das am Schluss der Geschichte angedeutete Happy-End nicht so
unglaubwürdig wäre, wäre 1 Punkt mehr drin
gewesen.
13P 07.11.2005
Ian Rankin: Fleshmarkt Alley (John Rebus Serie)
Mehrere Handlungsstränge laufen gemächlich parallel, um am Ende aufgelöst zu werden.
Man findet keine explosive Spannung vor, hat aber immer Lust,
weiterzulesen. Macht man dennoch eine Pause von 1 oder 2 Tagen, kann es
vorkommen, dass man ein wenig den Gesamtzusammenhang aus dem Blick
verliert.
Eigenwillig, aber gut.
11P 28.10.2005
Michael Connelly: The Closers (Harry Bosch Serie)
Nicht unerträglich spannend, aber durchgängig intensiv.
Zwar recht spannend, doch Daphne mit ihrem emotionalen Gesülze und irrationalen Entscheidungen nervt.
10P 11.10.2005
Nicci French: Beneath The Skin
Die Verwendung der Ich-Perspektive bei einem Mordopfer wirkt seltsam. Der Handlungsablauf kommt nur sehr langsam voran.
Etwas zäh, aber durchaus intensiv.
10P 30.09.2005
Ridley Pearson: Chain Of Evidence
Der erste Teil der Story wirkt wie ein Lehrbuch über
Spurensicherung, das in eine Geschichte gepackt wurde. Der zweite Teil
ist ein reiner Hacker-Thriller.
Also, vom Gesamtkonzept und einigen Details her nicht immer ganz stimmig, aber immer spannend.
11P 19.09.2005
Desmond Bagley: Die Erbschaft
Handlungsablauf an mehreren Stellen unglaubwürdig.
7P
06.09.2005
Robert Crais: The Monkey's Raincoat
Erst kommt die Handlung nicht in Schwung und dann wird's ein wenig unglaubwürdig.
8P 06.08.2005
Raymond Chandler: The Big Sleep
Sätze wie in Stein gemeißelt lassen erahnen, warum Philip
Marlowe das Vorbild für unzählige Private Eye-Romane
darstellt.
Ansonsten ist dieser Roman nach heutigen Maßstäben etwas
angestaubt; schlägt sich mit seinen 66 Jahren aber noch ganz
wacker.
Beim 2. Lesen wirkt das Buch nicht mehr ganz so kraftvoll wie 1994.
Doch immer noch eine gute Story mit witzigen Einfällen.
11P
Sommer 2005
Mo Hayder: Birdman
Sehr britisch, sehr krank, sehr hart.
11P 14.06.2005
Nelson DeMille: The Lion's Game (John Corey Serie)
Eine Story, bei der man sich auf das Weiterlesen am nächsten Tag freut. Zum Schluss etwas flach.
11P 04.06.2005
David L. Lindsey: A Cold Mind (Stuart Haydon Serie)
Ist Stuart Haydon das Vorbild für Lucas Davenport? Ein reicher Cop, der exklusive Autos fährt.
Jedenfalls ist der Roman, obgleich durchaus hart, braver und korrekter erzählt.
Guter Spannungsbogen, der am Schluss verflacht.
11P 27.05.2005
David L. Lindsey: Heat From Another Sun (Stuart Haydon Serie)
Phasenweise langatmige Beschreibungen, aber insgesamt spannend und hart.
11P 24.05.2005
Hammond Innes: Labrador - Das Land Kains
Auch fast 50 Jahre nach seiner Entstehung ein kraftvoller Roman.
12P
21.02.2005
Steve Hamilton: The Hunting Wind (Alex McKnight Serie)
Alex McKnight ist ein etwas spröder Held in einer gut geschriebenen Story mit melancholischem Touch.
11P 20.01.2005
2004
2003
Nelson DeMille: Plum Island (John Corey Serie)
Elemente des Showdowns sind an den Haaren herbeigezogen, daher "nur"
12P 2003?
2002
2001
2000
Jeffery Deaver: The Bone Collector
Spannennd und hart, aber vor allem die Auflösung, also das "Whodunnit", ist an den Haaren beigezogen.
10P
03.07.2000
1999
John Sandford: Shadow Prey (Lucas Davenport Serie)
Maybe the best "Prey" I ever read.
15P 01.09.1999
Richard Laymon: Island
Grausam und überaus spannend.
14P 07.07.1999
Tami Hoag: Ashes To Ashes
Zuviel psychologisches Gelaber über den Gemütszustand der Darsteller.
10P Juni 1999
1995
Akif Pirinçci: Der Rumpf
Akif Pirinçci ist der ungekrönte König des Zynismus, der beim Schreiber
dieser Zeilen bekanntlich immer für Höchstwertungen gut ist.
Der er aber andererseits in metaphysische Betrachtungen und die
Darstellung parabelartiger Träume abdriftet, ist dieser Roman eben
nicht Weltklasse, sondern "nur" gut.
12P 25.09.1995
Marvin H. Albert: Driscoll's Diamanten
Der Handlungsablauf und die teilweise plakative Beschreibung der
Charaktere (DER Deutsche, DIE Frau, DER am Ende edelmütige Killer)
beweisen eindeutig, dass es sich hier um Trivialliteratur handelt.
Die weit überdurchschnittliche Erzählung selbst ist
bezüglich ihrer athmosphärischen Dichte von faszinierender
Kraft; nicht zuletzt wegen der überaus beeindruckenden
Beschreibung der Umgebung, in der der Roman spielt.
12P
18.07.1995
Douglas Terman: Operation Star Shot
Äußerst gelungene Mischung aus Abenteuerroman (Schwerpunkt: Segeln), Politthriller und Technothriller.
Ausgefeilte psychologische Charakterisierung des Helden (klassische
Vietnamerfahrungen und ungerechte Behandlung durch den eigenen Staat
nach dem Krieg), die eine intensive Identifikation zw. Hauptdarsteller
und Leser ermöglicht.
14P 20.05.1995
1994
John Varley: Stahl-Paradies
Anfangs weniger ein Roman als ein Feuerwerk an Ideenreichtum. Niemals
zuvor habe ich in einem Roman eine solche Anzahl von originellen,
witzigen, phantastischen, skurilen, aber jederzeit glaubhaften
Einfällen bezüglich der Beschreibung einer zukünftigen
Menschheit gefunden.
Die erzählte Geschichte ist zunächst lediglich der Kit
zwischen einzelnen Einheiten, die voller visionärer Kraft Bilder
einer Zukunftsgesllschaft zeichnen. Etwa im letzten Drittel des Buches
steht die eigentliche Geschichte, das heißt das Schicksal des
Protagonisten, wieder mehr im Vordergrund. Auch dieser Abschnitt ist
so, wie eine Story sein sollte: spannend, hart und immer wieder mit
einer Prise Zynismus gewürzt.
Eine der leichten Schwächen ist der "Tod" von CC; diese Szene ist
etwas zu melodramatisch geraten. Des weiteren wirkt der plötzliche
Kindstod in einer medizinisch perfekten Gesellschaft, die auch die
Wiederbelebung von Enthaupteten beherrscht, etwas unglaubwürdig.
Ein äußerst gelunger Kontrapunkt zu diesem Stand der Technik
ist allerdings der Anachronismus der natürlichen Geburt, welche
der Hauptdarstellerin widerfährt. Ebenfalls genial die Idee der
Geschlechtsumwandlung als reine Modeerscheinung.
Gesamturteil: Ausgezeichnet
14P
05.12.1994
==========
Gastkommentar eines Freundes vermutlich aus dem Jahr 1995:
Knapp 250 Seiten lang habe ich versucht in dieser Geschichte einen
Handlungsstrang zu erkennen. Vergeblich. Den Verlust des roten Fadens
können auch die durchaus witzigen Ideen und Anspielungen nicht
ausgleichen, somit bleibt als Fazit: Dieses Buch ist nur für
leidenschaftliche Liebhaber lunarer Literatur lesbar.
5 Punkte EG
P.S.
Die Abkürzung Fon habe ich schon in aktuellen Anzeigen gefunden.
Deutsch hat sich durchgesetzt (S. 94)
Joseph Koenig: Die Wasserleiche
Hart und eigenwillig.
Etwas abweichend von der üblichen Norm ist die Schilderung, wie
der Gute zunächst mehrmals als Depp darsteht, aber am Ende der
Geschichte am Bösen Selbstjustiz übt.
Was erschreckend wirkt, ist das völlige Fehlen von Emotionen, wenn
der Böse seine Untaten begeht. Wirkt aber trotzdem
glaubwürdig.
Etwas unrealistisch ist das ständige Zusammentreffen des Guten und des Bösen.
10P
14.11.1994
Desmond Bagley: Atemlos
Klassischer Wüstenroman mit Gut und Böse. Habgier als Leitmotiv. Spannend.
13P
20.05.1994
Desmond Bagley: Bahamakrise
Die Geschichte ist nicht nur unglaublich spannend geschrieben und die
Typen gut gezeichnet - nein, das klassische Motiv von Rache und
Vergeltung, das hier eine große Rolle spielt, hinterlässt
beim Leser nach Beendigung des Buches ein Gefühl großer
Befriedigung.